Die wertschätzende und echte Zusammenarbeit im Team ist der wesentliche Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten und Aufgaben. Viele Projekte und unterschiedliche Teams haben uns diesen Aspekt auf unserem beruflichen Weg immer wieder aufgezeigt. Diese Erkenntnis ist bestimmt auch für dich nicht neu oder Mind-Blowing 🤯.

Und doch gibt es in den meisten Unternehmen und Teams großen Bedarf, um echte Zusammenarbeit zu leben und diese zu fördern. Das erfordert das Wissen, was es denn überhaupt dafür braucht.

Was Google über erfolgreiche Teams herausgefunden hat

Google hat eine sehr interessante Studie zu diesem Thema durchgeführt. Über fast 2 Jahre wurden circa 180 Teams von Google analysiert, um der Frage auf den Grund zu gehen. Das Ziel war, das Geheimnis von erfolgreichen Tams zu finden. Dabei wurden 5 wesentliche Punkte entdeckt:

▶︎ Psychologische Sicherheit: jede:r fühlt sich im Team sicher, um seine eigene Meinung, Ideen und Bedürfnisse offen auszusprechen und sich verletzlich zu zeigen

▶︎ Verlässlichkeit: Vereinbarungen werden eingehalten, Änderungen kommuniziert und Aufgaben zeitgerecht erledigt

▶︎ Struktur & Klarheit: es gibt klare und verständliche Rollen, Pläne und Ziele

▶︎ Bedeutung: die Teammitglieder identifizieren sich mit den Aufgaben und den Zielen

▶︎ Einfluss: jede:r hat das Gefühl, dass die Arbeit einen Unterschied macht und für andere von Bedeutung ist

Sich in einem Team sicher zu fühlen, ist einer der wichtigsten Punkte, für echte Zusammenarbeit und somit auch für den Erfolg eines Teams.

Was du tun kannst, um die psychologische Sicherheit in einem Team zu erhöhen

Projektmeetings zu „Safe Zones“ machen: Daher von Beginn an konkret ansprechen, dass alles was besprochen und diskutiert wird in diesem Teilnehmerkreis bleiben soll und daher „sicher“ ist. Außer alle sind sich einig, dass Informationen und Inhalte nach außen kommuniziert werden sollen.

Einem neuen Team die Zeit geben, sich kennenzulernen und zu formieren: Ein Kennenlernen in ungezwungener Atmosphäre und ausreichend Zeit für Gespräche zwischen den Teilnehmer:innen ist vor allem in der Anfangsphase wichtig. Diese Zeit ist gut investiert. Für Kick-Off Meetings und Projektmeetings gerne mehr Pausen und Gelegenheiten für den Austausch für’s gesamte Team einplanen.

Sprechzeiten fair aufteilen: als Moderator:in kannst du bewusst darauf achten, dass alle zu Wort kommen und auch konkret darauf hinweisen, wenn jemand seinen Rahmen überzieht.

Den ersten Schritt machen: du kannst die anderen Teilnehmer:innen dazu einladen, deine Ideen und Punkte zu hinterfragen und zu ergänzen. Gehe wertschätzend und ohne Bewertung mit den anderen Vorschlägen und Ideen um und bedanke dich dafür.

Zusammenarbeit fördern: Aufgaben so definieren, dass gemeinsam daran gearbeitet wird und jede:r seinen Beitrag dazu leisten kann.

Hilfe anbieten und fragen, ob jemand Hilfe benötigt: Frage aktiv nach Hilfe oder biete Hilfe an. Fördere dieses Verhalten und belohne es. Zum Beispiel damit, dass Zeit für Hilfestellung bewusst eingeplant wird und nicht „on top“ dazu kommt.

Verlässlichkeit im Team pushen

Proaktiv sein: Proaktives Handeln und Kommunizieren ist ein wichtiger Schlüssel für Vertrauen. Sorge dafür, dass wichtige Stakeholder:innen und auch Kolleg:innen nicht ständig zum aktuellen Status im Projekt oder nach wichtigen Informationen fragen müssen, sondern alle wichtigen Infos proaktiv erhalten. Auch Probleme oder mögliche Risiken sollen rechtzeitig angesprochen und aufgezeigt werden.

Abmachungen einhalten: sich an ausgemachte Timelines und Versprechen zu halten, stärkt das Vertrauen und spart auch Zeit. Denn wenn Kolleg:innen, Manager:innen und Teammitglieder wissen, dass man sich verlassen kann, werden auch laufende Rückfragen und Anfragen geringer. Sollte eine Abmachung nicht eingehalten werden können, gilt wieder Punkt 1. Proaktives Kommunizieren.

Verantwortung übernehmen: es gibt immer Herausforderungen, Probleme und Fehler, die es in Projekten zu lösen gilt. In dem, dass man Verantwortung zeigt und sich diesen annimmt, stärkt man das Vertrauen und die Verlässlichkeit. Es gilt daher nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern mutig und lösungsorientiert Probleme und Blocker aus dem Weg zu schaffen.

Struktur & Klarheit fördern

Klarheit über Rollen im Team

Teams sind erfolgreicher, wenn es klare Rollen im Team gibt und diese für alle sichtbar sind. In dynamischen Umwelten können und dürfen sich Rollen auch verändern, überschneiden oder erweitern solange das Team darüber spricht und Änderungen sichtbar werden.

  • Rollen frühzeitig festlegen: bereits zu Beginn des Projektes die Rollen festlegen, damit jeder Zeit hat, in die Rolle zu finden
  • Team enablen: Team selbst die Chance geben, das Team zu formen und die eigenen Rollen zu wählen und aufzuteilen
  • Sichtbarkeit: Änderungen der Rollen auch für Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen und Führungskräfte sichtbar machen und an diese kommunizieren

Struktur

Für mehr Struktur im Team sorgen auch klare Regeln, an die sich das Team dann auch hält. Dabei wird festgelegt:

  • wo Dokumente und Wissen gespeichert wird und zu finden sind
  • auf welchen Kanälen wann und wie kommuniziert wird
  • welche Tools für Aufgaben und die Zusammenarbeit im Projekt verwendet werden
  • welche Methoden oder Ansätze für das Projektmanagement verwendet werden
  • welche Meetings und Anknüpfungspunkte notwendig sind, um sich regelmäßig austauschen und gut zusammenarbeiten zu können
  • wann welche Aufgaben bis wann fertig sein sollen

Sinn und die Bedeutsamkeit im Team fördern

Gegenseitige Wertschätzung in Form von einem ehrlichen „Danke“, kleinen Aufmerksamkeiten oder Feedback zur Arbeit zeigen

Verbindung zwischen der übergeordneten Vision, den Zielen und der Arbeit der Teammitglieder herstellen und diese bei der Zukunftsgestaltung einbinden

Die Menschen hinter den Rollen und Aufgaben sehen. Teammitgliedern Aufmerksamkeit entgegenbringen und sie als Mensch und nicht als Zahl oder Maschine am Arbeitsplatz wahrzunehmen. Menschen haben Gefühle und menschliche Bedürfnisse und diese sollten ernst genommen werden.

Motivation im Team fördern, in dem man den Teammitgliedern Vertrauen entgegenbringt, herausfindet was die Stärken der einzelnen Personen sind und welcher Arbeitsstil und Arbeitsrhythmus am besten für sie ist.

Lob und Anerkennung für die Arbeit zeigen und sich ausreichend Zeit für Gespräche und ungeteilte Aufmerksamkeit (ohne Laptop und Handy) nehmen. So lernt man die Menschen besser kennen und versteht was sie bewegt und motiviert oder wo es Unterstützung braucht.

Impact und Purpose

Jede:r möchte verstehen und wissen, warum er oder sie an einem Projekt arbeitet und was dadurch besser oder anders wird. Und wir gehen sogar noch einen Schritt weiter. Jede:r möchte gerne Einfluss nehmen und daran beteiligt sein, das eigene Produkt, das Unternehmen und die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Daher ist es sehr schade, dass viele Menschen zu oft Aufgaben einfach nur zugeteilt bekommen und dann „abarbeiten“ dürfen, ohne das eigentliche Ziel und das WARUM zu kennen. Oft ohne, dabei ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen zu dürfen. Das große Problem dahinter: wenn man den großen Masterplan für das Projekt und die Aufgaben nicht kennt, fehlt auch die Motivation, die Kreativität und das Commitment, das Ding richtig durchzustarten.

Schenke dem Projektteam Einfluss und Gestaltungsspielraum und ernte dafür erfolgreiche Projekte in dem:

Vision und Masterplan: das Team in die Vision und den großen Masterplan von Anfang an eingeweiht wird und sogar mitgestalten darf

positiver Einfluss: klar und laufend kommuniziert wird welchen positiven Einfluss das Projekt auf das Unternehmen, das Team oder die Kund:innen hat

Feedback von Kund:innen und User:innen ist schon während des Projektes erlaubt und sogar erwünscht. Vielleicht können diese bei der Umsetzung sogar regelmäßig eingebunden werden.

Rahmenbedingungen: das Projektteam bekommt Rahmenbedingungen innerhalb dieser es sich frei bewegen und selbst autonom Entscheidungen treffen darf. Zum Beispiel gemeinsam definierte Ziele und Akzeptanzkriterien für das Produkt oder das Projektergebnis und ein Budget.